IoT Schreibtisch – Teil 1 – Einleitung

Im Teil 1 zu meinem Schreibtisch geht es um die allgemeine Idee und meine Vorstellung des Endresultats und Umsetzung. Dabei geh ich auch auf die von mir vorgenommenen Versuche ein und wie diese die Ausarbeitung des Konzeptes beeinflusst haben.

Warum ein Schreibtisch

Die Idee mir einen Schreibtisch zu bauen kann mir während meines Praxissemesters. In meiner damaligen Einzimmerwohnung hatte ich nur einen eher kleinen Schreibtisch. 140x70cm. Das ist jetzt nicht wirklich viel Platz, wenn man ein PC Setup mit 2 Monitoren hat und dann auch noch anderweitig an dem Tisch arbeiten will. Da sollte mindestens ein 2m Tisch her. Klar sowas kann man einfach Kaufen, jedoch ist selbst bauen doch oft günstiger. Eine Holzplatte und vier Tischbeine – fertig. Wobei… wenn man schonmal anfängt mit selber bauen könnte man ja auch noch….

Und so fing das an mit dem „einbauen“ von immer mehr Features in den Tisch…

Die „grundlegenden“ Anforderungen

Durch das Praxissemester kam ich in den Genuss von elektrisch höhenverstellbaren Schreibtischen. Da muss ich sagen das ist schon genial. Nach einiger Zeit beim Arbeiten merkt man, dass man müde wird. Kein Problem, einfach den Schreibtisch hochfahren und für 10-20min stehen. Schon ist der Kreislauf wieder in Schwung und die Konzentration wieder da.

Ein Thema, das mich bei eigentlich jedem Schreibtisch stört, ist die Verlegung der Kabel. Immer sind die irgendwo sichtbar wie sie durch die Gegend baumeln. Das regt mich dann immer irgendwie auf. Jedoch habe ich bis jetzt noch nicht wirklich eine gute Lösung gefunden. Klar man kann einfach einen IKEA Signum Kabelkanal unter den Tisch schrauben. Aber da sieht man immer noch Kabel. Auch wenn man dann was ein oder aus stecken muss, irgendwo hängt dann die Mehrfachsteckdose rum. Auf dem Boden, von der dann ein ganzes Bündel von Kabel den Tisch hoch geht. Unter dem Tisch eben in einem Signum an das man durch die ganzen Kabel dann auch wieder nicht drann kommt. Am schönsten wären doch einfach schöne fest verbaute Unterputzsteckdosen direkt im Schreibtisch drinnen.
Wäre? Warum nicht umsetzen? Ein weiterer Vorteil wäre dann auch, dass ich einzelne Steckdosen, bzw. Steckdosengruppen über Relais schalten könnte. Mit einem Arduino könnte ich diese dann ansteuern und so recht flexibel Taster oder Schalter auf Steckdosen mappen. Sollte ich in einer Gruppe nochmal eine Steckdose benötigen, da ich z.B. einen 3. Monitor mir angeschafft habe, ändere ich nur eine Kleinigkeit in der Software und muss Hardwaretechnisch nichts ändern. Vorausgesetzt ich hab genügend Steckdosen vorhanden. Also sollte ich da nicht sparen 😀

Ich will reden können

Richtig cool wäre natürlich das Ganze mit Google Assistenz bzw. Amazon Alexa zu steuern. Die sind ja open souce. Sprich da dürfte sich doch was programmieren lassen, bzw. da hat doch sicher einer schon etwas auf github hochgeladen. Und tatsächlich nach einiger recherche bin ich auf mehrere Projekte gestoßen, die auf einem Arduino oder auf einem Raspberry Pi laufen. Die simpelste Lösung ist quasi eine Emulation der WeMo Steckdosen. In einem Script bestimmt man den Namen der „Steckdose“ und kann je auf den Trigger „EIN“ oder „AUS“ individuelle befehle ausführen. Ob ich damit jetzt einen IO-Pin und damit ein Relais ansteuern oder irgendein anderes Script ausführe dass dann was weiß ich was tut. Völlig egal.

Da ich einen Raspberry Pi zu Verfügung hatte probierte ich dies gleich in Kombination mit einem Amazon Echo Dot aus und siehe da, das funktioniert echt gut. Damit war klar, dass dieses feature in den Tisch mit eingebaut werden muss 😀

Testaufbau Raspberry Pi + Alexa

Was noch? Ein E-Labor? Ja bitte!

Nur kam jetzt die Frage, was hab ich alles auf/an meinem Schreibtisch, was ich ansteuern will bzw. was eine Steckdose benötigt. Dabei kam ich auch auf die Idee eines Labornetzteiles, welches ich mir für meine Projekte doch endlich mal anschaffen sollte. Aber einfach nur ein Netzteil auf den Tisch zu stellen schaut jetzt nicht schön aus. Also warum nicht auch in den Tisch integrieren? Daraus ist eine Leiste entstanden, in der Steckdosen, eben das Labornetzteil mit extra 3,3V 5V und 12V Ausgängen und mein Lötkolben untergebracht sind. Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit eine Werkzeugwand darauf zu montieren. Passend dazu dann auch noch eine große Schublade für unter den Tisch. In den kann ich dann all die Bauteile verstauen, die man öfter mal benötigt.

Das finale Konzept

Der Tisch ist auf jeden Fall noch nicht 100% vertig geplant. Jedoch habe ich schon eine gute Vorstellung, was ich am Ende da stehen haben will. Jedoch stehen die meisten Punkte schon fest.

Render des „fertigen“ Schreibtisches

Als Schreibtischplatte werde ich eine 2,5m * 80cm Multiplexplatte aus Birke mit 21mm dicke verwenden. Aus der gleichen Platte kann dann auch das Schwert gefertigt werden. Diese dann schön ölen und dann sollte das richtig schön aussehen. Für die Tischbeine werde ich denk auf ein vorgefertigtes Set zurückgreifen. Da gibt es schon für 300-400€ recht gute Beine. Mal schauen was sich da finden lässt. Die meisten sind nur bis 2m Schreibtische ausgelegt. Aber je nach Befestigung der Beine und Platte dürfte sich das auf bei 2,5m einsetzen lassen.

Die Monitore kommen auf extra Monitorhalter. So normale Füße nehmen dann doch schon viel Platz weg und sehen auch wuchtig aus. Nur zwei Stäbe am hinteren Rand der Platte nach oben laufen zu haben macht da sicher gut Luft.
Die restliche Elektronik wie externe Soundkarte, Switch, Netzteile, Raspberry Pi, Steckdosen und Relais und co. werden alle auf die Rückseite des Schwertes montiert. Zum Teil einfach geschraubt oder in 3D geruckten Halterungen

Der Schreibtisch von hinten

Ich bin echt gespannt wie das am Ende alles wird. Was funktioniert und was nicht. Auf jeden Fall werde ich den Tisch nicht auf einmal bauen können. Das lässt meine Zeit und Geldbörse nicht zu. Als erstes wird jetzt erstmal der Tisch an sich gebaut. Danach kümmere ich mich dann um die Elektronik und um das Labor. Schön eins nach dem anderen, sodass ich immer noch auf Fehler oder nicht funktionierende Ideen reagieren kann und nicht unnötig Zeit verschwende.

Also, dann geh ich mal Holz und die Tischbeine bestellen 😀

Teil 2: „Der Tisch“

Teil 3: „Relays und Layouten“

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